Das Problem des Anfangs ist ein Problem des Sehens. Was in einem zu referierenden Text enthalten ist, ist ein kleines Stück Forschungsgeschichte, das jedoch häufig kaum fähig ist, uns ein Gesamtbild über ein Forschungsgebiet zu verschaffen. Wie ein Ausschnitt nur teilweise Informationen über ein Gesamtbild liefert, so ist auch der Einblick durch einen einzelnen Forschungstext begrenzt. Teilweise erschließen sich Argumente und Argumentationsgänge umso schwerer, je weniger man von dem jeweiligen Forschungsgebiet weiß. Je nachdem, ob wir eine Kenntnis vom Gesamtbild dieses Forschungsgebiets haben oder nicht, ordnen wir die gewonnenen Einblicke anders ein. Dies ist ein zentrales Problem am Studienanfang.

Wissenschaften sind eine durch Institutionen, Disziplinen, Forschungsprogramme, -techniken etc. strukturierte Praxis, die sich vor allem durch gegenseitige Kritik, durch das Korrigieren und Kommentieren von Forschungsprozessen, weiterentwickeln. Referate sind deshalb nicht nur mit der Aufgabe konfrontiert, einen Inhalt „wiederzugeben“, zu paraphrasieren (dies ist natürlich auch wichtig und ist für Anfänger der erste Ansatzpunkt), sondern sich ihn zugleich als Ort einer Auseinandersetzung, einer Widerrede zu bestimmten theoretischen (paradigmatischen) Sichtweisen, Argumenten und Interpretationen zu erschließen. Das bedeutet, dass man ihn nicht nur wie eine bloße Informationsquelle behandeln kann, sondern eher wie ein Puzzleteil betrachten sollte.