Grundlagen

Philologisch genau arbeiten bedeutet dabei, die eigene Wiedergabe des Sachverhalts immer wieder genau mit dem original Wortlaut zu vergleichen und die Differenz zwischen der Paraphrase und dem wortwörtlichen Zitat sich zu verdeutlichen, um die eigene Sprache, die eigene Begrifflichkeit, in der man denkt, zu schärfen. Auf diese Weise lernt man, die eigenen Gedanken zu schärfen.

So ist es möglich, sich bei einem Referat auf ein klar abgestecktes Feld zu konzentrieren, obwohl jeder einzelne wissenschaftliche Text seine Bedeutung im größeren Zusammenhang erhält, indem er auf viele andere Forschungsarbeiten antwortet und in einem Forschungsfeld interveniert. Es empfiehlt sich daher, neben Originalquellen auch Sekundärliteratur oder Informationen aus den Seminardiskussionen bei einem Referat mit heranzuziehen, wenn manche Zusammenhänge im Text unverständlich erscheinen. Was herangezogen werden sollte, ergibt sich aus den konkreten Fragen, die bei einer gründlichen Auseinandersetzung mit einem Text entstehen. Hier ist eine Rücksprache mit der Dozentin/mit dem Dozenten sinnvoll.

Arbeiten Sie deshalb auch mit der „Zettelkastenmethode“. Sie schreiben hierbei Zitate heraus, die Ihnen interessant, bedeutsam oder auch fragwürdig erscheinen. Anschließend kommentieren Sie das Zitat mit eigenen Gedanken, die Ihnen zunächst spontan kommen. Das Aufschreiben ist wichtig, um anschließend die eigenen Gedanken überprüfen zu können. Passen sie zu dem Gedanken im Zitat? Ist der Gedanke des Textes richtig erfasst? Welche Bedeutung hat er im größeren Zusammenhang des Textes? Erfasse ich eine Argumentationslinie? Erfasse ich die Bedeutung der verwendeten Begriffe? Kann ich nachprüfen, dass mein Verständnis auch dem Verständnis von Experten aus der Wissenschaft entspricht? Entlang dieser Fragen lässt sich relativ eigenständig das Lesen wissenschaftlicher Texte verbessern. Wichtig ist, immer wieder nach Verständnisfehlern und Ungenauigkeiten im eigenen Denken zu suchen.